Donnerstag, 6. März 2008

Prosecco Aperol

Endlich wieder Mittwoch! Was Mittwoch bedeutet wissen wir doch alle. Naja, zumindest alle Lifestyle orientierten Mädels in Deutschland wissen es: DH, GA & PP oder auch Desperate Housewives, Grey's Anatomy und Private Practice. Mittwoch Abend bedeutet für viele ein schicker Mädelsabend mit viel Prosecco und viel lachen und von Mc Dreamy träumen. Doch solch ein Abend führt in München auch gerne mal zu einem Aperol-Ausrutscher. Da ich ja nun bei einem großen Fernsehunternehmen angestellt bin, so habe ich auch manchmal die Möglichkeit auf spezielle Events zu gehen, naja, das wäre übertrieben, so wichtig bin ich dann auch nicht, aber es reicht zu einem Grey's Anatomy Abend powered by P7 im stylischen P1 in der Prinzregentenstraße in München.
Natürlich habe ich sofort meine Freundin angerufen und einen schicki-micki-McDreamy Abend mit Prosecco Aperol arrangiert. Es ergab sich, dass sich noch einige mehr anschlossen und wir marschierten ins doch erstaunlich leere P1. Die Atmosphäre schien der eines überdimensional großen Wohnzimmers zu gleichen, nur mit dem Unterschied, dass ich keine Bar drin habe und schon gar keine Bar, auf der Hunderte von Prosecco Aperols in Martinigläsern stehen. Natürlich haben wir bereits beim Platz aufsuchen einen getrunken und bereits vor der ersten Werbung auch locker 2 oder 3 Gläschen gezogen, da es einfach so leer war, das erzeugte eine gewisse Leere in mir und so musste ich dies mit Aperol füllen, denn eigentlich war es deutlich mehr hiervon als von Prosecco.
Die Stimmung war für die die geringe Zuschaueranzahl trotzdem ganz gut und gemütlich und weil so wenige da waren, konnte man sich einen Aperol Prosecco (ich bezeichne es nun absichtlich in dieser Wortfolge) am anderen gratis nehmen. Und das tat ich. Und noch einer, und noch einer.
Irgendwann ging ich raus um zu rauchen und da begann die Wirkung einzusetzen. Ich hatte 7 oder 8 ca. von diesen Martinigläsern (randvoll) gekippt und ich begann innerlich zu schwanken. Nach sinnlosen Gesprächen mit Schotten, denen ich beweisen wollte, wie toll britisch ich doch sprechen kann (was mir zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr gelang)- leider rutschten mir immer mal wieder türkische Begriffe unter "oh it is so great hülüm hiiiiieeeer, I really like England- it is so wöööllöönffuhhhul, güllülm"entschied ich wieder reinzugehen. denn es war so umheimlich anstrengend!
Ich entschied mich relativ schnell mal aufs Klo zu verschwinden, als ich beim Tanzen nicht mehr merkte, wer sich mehr im Kreis bewegte, meine Beine oder die Tanzfläche.
Als ich auf der Toilette dann in den Spiegel schaute konnte ich nicht mehr ganz erkennen, ob mein Lidstrich an der richtigen Stelle saß, denn er war vielfach um meine Augen herum vorhanden und plötzlich wippte der Raum auf und ab. Ich setzte mich auf das Sofa im Raum und musste mich erholen. Ich schwächelte. Meine Freundin machte sich auch gleich Sorgen und kam herein und natürlich meinte ich nur, dass ich mich kurz ausruhen wollte und alles in Ordnung sei. So zog sie mich wieder auf die Tanzfläche. Doch ich wurde von meinem Rumgetanze seekrank und entschied, dass es Zeit für mich war zu gehen, musste ja am nächsten Tag arbeiten, das ist immer eine gute Idee, wenn es bereits 1.30 Uhr ist.
Ich meinte nur, dass ich jetzt ginge, worauf Jassi meinte, dass sie doch mitkommen würde.
Ich hielt die Fahrt durch und zuhause angekommen, musste ich zweimal das Treppenhauslicht wieder anschalten, weil ich ungefähr in der Geschwindigkeit einer Blattlaus die Treppen empor stieg. In der Wohnung angekommen, bemühte ich mich sehr, leise zu trampeln, denn ich hatte meine Stiefel mit Absatz einfach nicht mehr unter Kontrolle. Mein Mitbewohner schlief sicherlich tief und fest. Ich schaffte es gerade noch, mich umzuziehen und fiel dann bei Festtagsbeleuchtung ins Bett. Mann war mir schlecht und alles drehte sich. Was sollte ich nur tun. Übergeben kam nicht in Frage, ich konnte ja nicht mehr laufen. DVD Player ein, eine Schnulze war drin, super. Sonntagsfilm. Das sollte mich ablenken. Und tatsächlich schlief ich irgendwann ein. 7.29. Ich wachte auf. Mist. Ich musste sofort aufstehen, wenn ich ins Geschäft wollte. Wollte! Musste! Ich brauchte über eine Stunde im Bad, es war alles so anstrengend und schwerfällig. Mir ging es nicht so gut. Aber meine Schminke war noch on top. Ich hätte grad wieder lostingeln können, rein optisch, physisch allerdings ein Ding der Unmöglichkeit. Ich war tot und ich weiß eines, nie wieder Aperol! Aber ins P1 gehe ich ganz bestimmt wieder und mein Serien-Mittwoch findet ab jetzt zuhause statt und zwar mit Cola-Light und bei Staffelende vielleicht auch mal wieder ein Prosecco- aber gewiss ohne das tödliche Rote!
Denn es ist so schlimm, dass ich fast nicht mehr im Mini meiner Schwester mitfahren kann, denn er ist Aperol farben.

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