Donnerstag, 5. Dezember 2013

Xaver...

Spürt Ihr ihn auch schon? Xaver ist im Anflug. Mr. Sturm. Er bringt uns Schnee. Scheee??? Mal schauen. Gerade rauche ich eine mit meiner Kollegin und wie aus dem Nichts weht ganz langsam ein rosafarbender Luftballon vorbei. Manchmal muss man sich schon wundern.... :-) Wobei, eigentlich wundert mich gar nichts mehr. Ich bin Single und fühle mich frei, glücklich und erleichtert. Doch ich wünsche mir so sehr ein Date, einen schönen Abend. Es fühlt sich wie eine Ewigkeit an, seit ich das das letzte Mal hatte. Es fehlt mir so sehr. Ich kann das nicht erklären. Und dann kommt da jemand, wie aus dem Nichts, einfach hübsch, interessant, aufregend. Und noch vor dem ersten Treffen ist alles super nervig und komplex. Wieso sind denn nur alle so. Kann man denn nich einfach mal schauen, was der Abend so bringt? Ganz locker und entspannt? Jetzt kommt bald dieses Weihnachten. Ich habe null Bock darauf. Ich will in meinem München sein und schöne Dinge erleben. Jetzt, wo ich mich einfach besser fühle. Ich will hier nicht weg. Ich habe die Schnauze voll auf Nachrichten von jemandem zu warten und ich will nicht, dass sie geht. Meine J :-) So lange weg. Wie soll mein Büroalltag in Zukunft nur aussehen. Mir wird das gemeinsame Lachen so fehlen. Es ist schon lustig. Gehe ich ein paar Jahre zurück, dann sah alles genauso aus. Ich wollte ein Date. Liebe Freunde gehen und ich warte. Geduld war nie meine Stärke und ich habe sie immer noch nicht. Herrje, dieses Leben ist toll und gleichzeitig nervtötend. MUC TIPP: Stop waiting and have a drink. Even alone at home :-)

Montag, 2. Dezember 2013

Veränderungen...

Mittlerweile ist schon der 2. Dezember und das Jahr geht so langsam zuende. Gott sei Dank. 2013 war wirklich durch und durch anstrengend und ich glaube der wohl ätzendste Sommer meines Lebens. Ist es eigentlich zu glauben, dass man nicht merkt, dass man überhaupt nicht glücklich ist? Dass man sich vielleicht etwas vorgemacht hat? Dass man anders sein möchte, als man ist. Dass man liebt, obwohl man es nicht tut? Fragen über Fragen... in meiner Therapie lerne ich jede Woche Neues über mich und ständig verändert sich dadurch etwas und es ist toll. So habe ich mich noch nie mit mir auseinander gesetzt. Ich bin unheimlich gerne dort und ich bin froh, dass es sich bemerkbar macht, es hilft mir einfach und es geht mir viel besser. Ich unternehme wieder mehr und das macht einen riesigen Spaß. Die größte Veränderung ist mit Sicherheit, dass ich mich von M. getrennt habe, denn genau hierüber habe ich nachgedacht. Sollte das alles gewesen sein? Immer wieder diese Gedanken. Und plötzlich nur noch diese Gedanken. Ich will mehr. Ich möchte Anziehung. Eine Beziehung völlig ohne Anziehung? Das kann es doch nicht sein. Wieso habe ich das so lange gar nicht bemerkt? Und vor allem, wie lange habe ich das nicht bemerkt? Hätte ich es viel früher sehen müssen? Habe ich mich selbst verloren? Auf der Suche nach Glück einfach verloren? Das ist traurig. Wie viel Zeit habe ich verloren? Dabei war doch immer alles gut. Es war schön. Aber Anziehung. Diese gab es schon lange nicht mehr. Einfach mal wieder daten. Glücksgefühle. Aufgeregt sein. Alles wichtiger als Beständigkeit? Anscheinend. Unzufriedenheit? Definitiv. Aber dieser leltzte Schritt, dieser ist so schwer. Wie sagt man sowas? Wie macht man das? In dieser Situtation war ich noch nie gewesen. Verletzen? Auf jeden Fall, aber wie geht es, dass man es trotzdem macht? Der Abend kam. Den ganzen Tag über war ich nicht ich selbst. Der 19. Oktober 2013 bedeutete das AUS. Ich hatte es gesagt. Ich hatte mich getrennt. Unter vielen, vielen Tränen. Es musste sein. Die Erleichterung blieb aus. Vier Jahre. Das ist eine lange Zeit. War es die richtige Entscheidung? Am folgenden Tag ging ich in Zeitlupe durch die Sonne im Olympiapark, wie in Trance. Ich war fassungslos. Ich war wieder alleine. Es fühlte sich so schrecklich leer an. Doch montags dann im Laufe des Tages wusste ich so langsam, es war trotzdem richtig. Und mit der Zeit kam die Erleichterung dann doch. Und ich wusste, ich war frei und das stimmte mich glücklich. Ich fand zu mir zurück und gleichzeitig zu meinem neuen Ich. Und jetzt, einige Wochen später, wünsche ich mir nichts sehnlicher als zu daten. Als das Aufregende neu zu erleben. Findet sich irgendwo dieses süße Date? Und noch was muss an dieser Stelle erwähnt werden. Ich habe so unglaublich tolle Freunde. Egal ob ich nachts verheult anrufe, egal ob ich von der Leiter stürze, egal ob ich von meinen Gewissenskonflikten erzähle. Sie sind alle da. Für mich. Einfach so. Sie hören mir zu, sie nehmen mich, wie ich bin, sie kommen vorbei, sie kümmern sich um mich. Es ist unfassbar, das ist Glück! Bedingungslos. Besonders. Hoffentlich für immer. Ich liebe Euch. Und meine Herz schlägt höher, wenn ich durch die Straßen meiner Wahlheimat und Lieblingsstadt gehe. MUNICH MY LOVE! Hier wird noch viel passieren und ich freue mich darauf. :-* MUC-TIPP: Einfach treiben lassen...

Mittwoch, 28. August 2013

Lassen wir uns alle gehen?

Gestern haben meine Kollegin und ich darüber gesprochen, welcher Mascara denn geeignet ist. Und ich erzählte, dass ich den Diorshow Mascara verwende. Da meinte sie, naja, da sie sonst kein Make-Up verwendet, kann man eigentlich auch das Geld für ein teures Markenprodukt ausgeben. Da fiel mir ein, dass ich selbst auch nicht mehr das aus mir raushole, das ich noch vor Jahren gemacht habe. Liegt es daran, dass wir jeweils einen Partner haben? Oder liegt es daran, dass wir uns mit dem Äußeren besser identifizieren können als mit vielleicht 20? Heißt das, dass man mit fast 30 bzw. 30 weniger machen muss, weil man sich besser einschätzen kann oder weil man sich mit weniger zufrieden gibt?
Ich denke nicht. Ich denke, die Welt sieht mit jedem Jahr und v.a. Jahrzehnt ganz anders aus. Auf jeden Fall interessant, wie man sich verändert.
Vielleicht frage ich mich diese Dinge auch, weil ich mich beginne selbst zu analysieren. Eigentlich ganz schön egoistisch, aber warum eigentlich nicht. Wann legt man schon die gesamte Energie in einen selbst?
Meine Thera ist nun drei Wochen in Urlaub, insgesamt sehen wir uns vier Wochen nicht, eine habe ich schon überstanden. Wenn ich ehrlich bin, es kommt wir unendlich vor. Seit meiner letzten Sitzung geht es mir etwas besser. Und in Zukunft werden wir mich wöchentlich zweistündig genauer ins Visier nehmen. Ich bin gespannt. Und freue mich gleichzeitig darauf.

Habe ich eigentlich erwähnt, dass X jetzt schwanger ist? Das ist eigentlich unfassbar. X - schwanger. Damit hätte ich niemals gerechnet. Und sie ist so glücklich. Sie hat sich unglaublich verändert. Mit mir hätte das niemals funktioniert und außerdem hatte ich so das Glück, M kennenzulernen und zu lieben. Und es gibt noch weitere News. Y hat sich wieder gemeldet. Ich finde es interessant. Dass Y sich immer mal wieder meldet. Dabei war es doch wirklich nur eine kurze Liaison oder wie soll  ich das nennen. Ein erstes tolles Date am Nymphenburger Schloss, ein aufregender Sommerabend in Stuttgart, ein heißer Besuch bei mir und eigentlich war es das ja schon fast gewesen. Tja, ich werde mich in zwei Wochen voraussichtlich treffen (natürlich mit M abgestimmt) und bin gespannt, was dabei herauskommt. Ich bin einfach zu neugierig. Fünf Jahre ist das nun her. Damals war ich ja zu jung, mit erst 25 Jahren, viel zu unerfahren in den Augen von Y. Y ist ja immerhin zwei Jahre älter. Haha.

Auf jeden Fall bin ich überzeugt, dass wir uns alle nicht gehen lassen, sondern uns ganz einfach verändern und wir uns mit der Zeit einfach selbst näher kommen. Wir lernen uns besser kennen und mögen. Ich finde das Leben mit 30 zwar weniger aufregend, aber doch um einiges ausgeglichener. Zumindest befinde ich mich auf dem Weg dorthin, auch wenn ich Hilfe brauche. Aber in einigen Wochen, werde ich mir selbst noch viel näher sein....

Donnerstag, 11. Juli 2013

Die Therapie - Mein neues Leben "Das Kennenlernen & die erste Sitzung"

Es ist Sommer. Genauer gesagt der 11. Juli 2013. Die letzten Woche, Monate, fast schon Jahre waren sehr schwer. Es hat alles damit begonnen, dass es mir ab April 2011 plötzlich immer wieder schlecht war. Ständig. Ich war dann beim Arzt und wir haben verschiedene Mittel ausprobiert. Aber es hat mir nicht geholfen. Im Juli, also eigentlich genau vor 2 Jahren bin ich dann mit meiner Freundin an den Gardasee. Der erste gemeinsame Urlaub. Das war schon schön. Aber es ging mir wieder so schlecht. Mir war sooo schlecht. Mit 4 Tabletten habe ich die Nacht überstanden. Es hatte sich richtig eingebürgert, dass ich mich nicht mehr wohl gefühlt habe. Es war mir einfach fast immer schlecht.
Im August hatte ich dann eine Magenspiegelung. Dabei kam Reflux heraus. Ok, ich habe etwas Körperliches. Damals habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, dass das unheimlich viele Leute haben. Und leicht behandelt werden kann. Ich habe also auch Pantoprazol genommen, aber so richtig genutzt hat es nichts. In den Wochen und Monaten danach wurden die Abstände zum "es geht mir schlecht" immer kürzer und die Tage, an denen es mir schlecht war oder ging immer öfter. Ich war in einem Teufelskreis. Doch ich bin stark. Ich habe immer versucht, mich zusammenzureißen, mich selbst zu überlisten. Die Fragen kamen erst jetzt in den letzten Monaten auf.
Weihnachten 2012 war eine Vollkatastrophe, es ging mir einfach nie gut, mir war es an allen Feiertagen immer schlecht. Im April 2013 dann der absolute Burner. Ich war 2 Wochen komplett krank geschrieben, weil es mir immer so schlecht war. Ich habe noch mal Blutuntersuchungen gemacht und Ultraschall und alles schien in Ordnung. Ich habe in dieser Zeit entschieden, eine Alternative auszuprobieren. Ich nenne ihn Guru. Der Guru stellte fest, dass ich sehr nervös bin. Und deshalb sollte ich täglich einen Spaziergang von mindestens 40 Minuten machen. Gut, das habe ich umgesetzt und das fand ich auch sehr angenehm. Zusätzlich sollte ich auf alles Milchprodukte, Weißwein/Sekt, Ein, Orangen- und Apfelsaft verzichten. Somit Säure weg und der Rest vegan aber mit Fleisch. Immer wieder die Hoffnung, dass es hilft. Er hat schließlich so vielen anderen schon geholfen. Aber ich hatte einfach nicht das Gefühl, dass es mir hilft. Man muss auch dazu sagen, ich habe keine Unverträglichkeit.
In die Arbeit ist alles, was ich noch konnte mit Ausnahme der 2 Wochen im April, doch mein Privatleben wurde richtig lahm. Spaß, Ausgehen, Essen gehen, Sex, alles nicht denkbar. Ein Berg. Nach 8 Wochen Guru bin ich mit meiner Freundin und meinen Eltern auf die AIDA. Ich wurde 30. Eigentlich erwachsen. Doch davon bin ich weit entfernt. Dort habe ich meine "Diät" unterbrochen. Man muss dazu sagen, die Diät ist nicht nur schwer für mich, sondern ich bin recht dünn, zu dünn, weil es mir eben oft nicht gut geht, und nun durfte ich nicht mal mehr die Sachen essen, die ich gerne mochte (Schokolade, Pizza, Gratins, Käse etc.). Eine zusätzliche Einschränkung. Diese habe ich auf der AIDA unterbrochen. Der Urlaub war wunderschön. Doch die Euphorie war einfach dadurch gedämpft, dass ich nicht so frei und fit war. Die Freude fehlte. Ein Leben, das an einem vorüber läuft. Als wir zurückkamen war ich total fertig, Kreislauf und alles spiele verrückt. In der Zeit des Gurus kamen neue Symptome hinzu, der Körper in totaler Anspannung, Mattigkeit, Engegefühl, leichte Panik, Schwäche, die sich ganz seltsam anfühlte und und und.
Nach der AIDA habe ich mich gar nicht mehr erholt. Der Guru meinte, ich sollte das alles weiterhin so machen und nun dürfte ich aber Ziegen- und Schafskäse, Wachteleier und Büffelmozzarella essen. Immerhin. Das machte ich auch. Es ging mir gar nicht gut. Schrecklich. Dazu diese Dauerkälte. Der März Winter. Der April war mittelmäßig. Der Mai kalt, der Juni kalt.
In der Woche nach meiner Rückkehr von der AIDA bin ich auf Geschäftsreise. Dort ging es mir einen Abend auch furchtbar schrecklich. Dies hing sicher mit den Temperaturen von 38 Grad, der langen Fahrt, zu wenig essen, zu viel körperlicher Aufwand, zusammen.
Ich war am Ende. Doch irgendwie bekam ich das auch rum. Seit der AIDA ´Reise könnte ich keinen Tag nennen, an dem ich richtig fit, frei, glücklich gewesen wäre.
Mein Leben hatte jeglichen Sinn verloren. Ich konnte nie mehr spontan sein. Ich war immer angespannt. Nun fing es an, dass alles darunter litt. Meine Freundschaften, meine Beziehungen aber vor allem ich selbst. Ich konnte genau noch das machen, was notwendig war, um es allen, so gut es eben ging, recht zu machen. Plötzlich ist mir alles zu viel. Alles. Leute einladen, kochen, verschiedene Aufgaben.
Es musste sich was ändern. Dann war ich Ende Juni noch mal beim Guru. Plötzlich hatte ich was mit der Schilddrüse, dabei war in den Untersuchungen im April alles super. Er war komisch. Schnell sein Geld. War das etwa ein Scharlatan. Allen hatte er helfen können, nur mir nicht? Oder liegt es an mir. Sitzt das Problem etwa viel tiefer?
Meine beste Freundin hat ein langes Gespräch mit mir geführt. Es war sehr emotional und anstrengend. Und ich habe zugegeben. Ich kann so nicht mehr leben. Ja, ich habe keine Freude mehr. Und nein, ich bekomme das alles nicht mehr in Griff. Es kann so einfach nicht weitergehen. Ich wusste es schon länger, ich wollte es mir nicht eingestehen. Doch sie hat mir offen gesagt, dass sich etwas ändern muss. Und ja, ich war bereit dazu. Ich wollte dem Guru die Chance geben, dass er mir helfen kann. Doch nach 12 Wochen fühlte ich mich so schlecht wie nie.
Gleich montags (der 24. Juni) begab ich mich auf die Suche nach einem Therapeuten für mich. Eine Frau erschien mir der richtig Gesprächspartner. Es sollte in der Nähe sein. Ich lebe in München und einmal durch die Stadt, dies war unmöglich. Ich probierte einige aus. "Wir nehmen keine neuen Patienten an", "Wir haben Urlaub", "wir nehmen nur Privatpatienten und Selbstzahler", "wir rufen Sie zurück" (Anmerkung: geschah nie). Doch dann dienstags, der Zufall. Ich erwischte eine Therapeutin. Sie klang so nett. Sie bot mir ein erstes Kennenlernen eine Woche später schon an. Ich war überglücklich. Ich hatte es geschafft und sie klang sympathisch. Der erste Schritt war getan. Nummer 5 war es schon.
Ich fieberte dem Treffen entgegen.
Endlich war es soweit. Ich war voller Anspannung, Vorfreude, Unsicherheit.
Ich ging rein. Die Atmosphäre war angenehm. Sie war schien mir sympathisch. Wir saßen und gegenüber auf zwei Sesseln. Ein Raum, eine Atmosphäre nur für mich. Jemand, der sich, wenn wir zueinander passen sollten, nur mit mir beschäftigt. Für mich da ist. Sie zog den Vorhang vor der Tür zu. Sie schloss das Fenster und setzte sich mir gegenüber. Nach wenigen Formalitäten zu meiner Person und Krankenkasse fragte sie mich, weshalb ich da bin. Und es brach aus mir heraus. Ich erzählte wild durcheinander von meiner körperlichen Defiziten, von meiner Schwester, dass ich in einer Partnerschaft bin, dass ich unglücklich in meinem Job bin. Einfach alles. So durcheinander, dass ich mir dachte, ob ich nicht zu konfus daherrede. Sie stellte wenige Fragen. Sie erklärte mir, dass ich die Möglichkeit habe 5 Therapeuten zu "testen", dass es verschiedene Verfahren gibt. Dass sie der Scheinwerfer sein wird, der um mich kreist, mich leitet, während ich mich selbst analysiere. Viele Mosaiksteinchen ergeben irgendwann ein Bild. Dann weiß ich, wer ich bin. Bis dahin wird es wohl ein langer Weg werden. Auch nicht einfach.
Ich erzählte weiter, alles Mögliche und ich war froh, als sie mir einen Termin für meine erste richtige Sitzung die Woche darauf anbot.
Am folgenden Tag ging es mir so schrecklich. Ich habe es grad so von der Arbeit nach Hause geschafft und mich auf die Couch gelegt. Ich hatte alles. Ich war so matt. Dachte, ich krieg eine schlimme Erkältung. Ich stand völlig neben mir. Es war ein ganz seltsames Körpergefühl. Unbeschreiblich. Später wurde es mir dann noch furchtbar schlecht. Dann habe ich wieder 3! Tabletten genommen. Von denen war ich total benommen. Am nächsten Tag stand ich auch noch total neben mir und war schwach. Ich hatte einen wichtigen Termin. Später wurde es dann erträglich. Aber die ganzen Tage waren furchtbar. Und das obwohl ich eine Zusage für ein Vorstellungsgespräch hatte. Für meinen Traumjob. Mir ging es nicht so gut, dass ich meine Freude so richtig zeigen konnte. Freitags war es erträglich und am Samstagabend richtig gut. Bis Sonntagvormittag. Dann war mir wieder schlecht. Dieses Mal vielleicht wegen dem Vorstellungstermin am Montag. Ich habe mich schrecklich gefühlt. So nervös. Doch eigentlich ist es ganz gut gelaufen. Jetzt heißt es: abwarten. Ich wünsche mir so sehr, dass es klappt. Denn die Arbeit ist sicherlich ein Stück weit Schuld an dem wie es mir jetzt geht.
Endlich, endlich war es soweit. Der 10. Juli. Vormittagstermin. Ich habe es mir eingerichtet. Was ist schon wichtiger als man selbst. Und die Arbeit, da brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben.
Da saß ich wieder. Auf dem Stuhl. Sie fragt mich, wie es mir geht. Ich erzähle, wie schlecht es mir ging die Woche über. Sie sagt, dass meine Seele sich bemerkbar macht. Dass dies meine inneren Gefühle sind. Sie schaut mich an. Ganz nett. Sie meint sie erlebt mich so nervös und gleichzeitig so traurig. Und ich fühle diese innere Traurigkeit. Die Tränen wollen hoch. Ich sage, dass ich es auch bin. Sie fragt wieso. Ich sage, weil ich mein Leben nicht mehr genießen kann. Ich erzähle von meinem Urlaub, meinem Geburtstag, dass mir alles zu viel ist. Aber dass es das doch eigentlich nicht ist. Sie sieht das anders.
Dass ich mich nicht zu einer Entscheidung, wo ich mal leben will entscheiden kann. Nicht richtig erwachsen bin. Vielleicht zerrissen. Baden oder Bayern?
Ich erzähle, warum ich nach München gekommen bin. Dass ich mich selbst finden möchte. Meine sexuelle Orientierung. Sie reagiert sehr sensibel. Das Gespräch darüber ist sehr angenehm, sehr intim. Sie erkennt meine inneren Konflikte, dass nicht die Realität das Problem ist.
Die Stunde ist zu Ende. Wir sehen uns erst in 2 Wochen wieder. Darüber bin ich fast traurig. Ich gehe raus und ich fühle mich wie verliebt. Ich schwebe. Es fühlt sich so gut an. Ich bin so froh, dass ich das gemacht habe und diesen Schritt gegangen bin.
Ich glaube, es wird noch sehr schwer für mich werden, denn da werden auch Stunden dabei sein, wo man erkennt, was alles falsch läuft. Aber deshalb bin ich ja dort, damit das alles besser wird. Ich bin so froh SIE gefunden zu haben. Sie ist einfach toll. So ein Glückstreffer.

Mittwoch, 3. April 2013

Der Frühling fällt aus.

Es ist bereits April 2013. Ostern hatte es Schnee und an Weihnachten 17 Grad. Wie schön, dass die Welt mehr als verkehrt ist, so wie auch die Leute.
Ich dreh noch ab. Ich bin so genervt. Ich will endlich Frühling. Keine Blüte draußen, keine Knospe, dafür einkalt und Schnee und das soll noch die nächsten 10-14 Tage so bleiben. Schlechte Laune? Eine reine Untertreibung. Kurz vor einem Nervenzusammenbruch trifft es eher. Aber es ist so viel Zeit vergangen, seit ich erzählt habe, was hier alles los ist. Mit M. bin ich noch zusammen und sehr glücklich. Über 3,5 Jahre sind es jetzt, ist das zu fassen? Natürlich ist es nicht mehr wie am Anfang oder bei einem ersten Date, aber es ist gut und ich bin glücklich.
Im Job hingegen ist es nur so lala. Im letzten Jahr bekamen wir eine neue Chefin, Furzi, oder Cruella de Ville oder was auch immer, Dummarschsauloch auf jeden Fall. Schwarze Haare, grüne Schlangenaugen und Lippen, die so schmal sind, es könnten auch zwei Nadeln sein. Ein forscher Riechkolben und die Bösartigkeit von weitem ersichtlich. Abschätzend hab ich sie bei der ersten Begegnung angeschaut. Warum? Ich habe nach einem Funken Freundlichkeit gesucht, konnte aber nichts dergleichen entdecken. Seither hat sich alles verändert, sie wollte alles verändern. Und plötzlich hatte ich Probleme im Job. Nach meinem Urlaub im September in Californien (mein 3. Mal, es war einfach super schön und Carla habe ich auch wiedergetroffen) ging es so richtig los. Die Anschuldigungen waren groß, ab zum Chef, ich dachte, ich bin im falschen Film. Mir wurde mein Titel entzogen, Kohle gekürzt und hatte erkennen müssen, was Weiber, Scheisshaufen-Weiber alles anrichten können. Sie vernichten. Dabei ist dies kein 007-Film oder Horror-Thriller. Aber das wahre Leben ist manchmal gemeiner als jede Fiktion.
Nun suche ich. Ich suche, wie immer. Ich suche nach Wärme, nach Sonne und nach einem neuen Job. Doch alles drei lässt auf sich warten. Ich bin ungeduldig. Es geht mir auch nicht gut. Ständig geht es mir nicht gut. Seit 2 Jahren immer wieder. Ich bin genervt, ungeduldig, ich warte, wann es Frühling wird, wann es mir besser geht, wann ich endlich geschätzt werde. Und das alles, obwohl ich ein richtig gutes Privatleben habe. Was wäre, wenn ich dieses nicht hätte? Wo wäre ich dann in dieser Winterdepression?
Normal hat ein Mensch Angst davor, den Job zu verlieren, bei uns ist es die Angst, übrig zu bleiben. Ironie? Nein, aber man könnte es meinen. Ebenso wie mit dem Frühling.
Und ich warte....

MUC-Tipp: Stuhl holen, drauf sitzen und weiter warten.