Sonntag, 3. September 2017

Die Baby-Shower Party

Ich glaube, es wird Zeit, dass ich hier mal wieder rein schreibe.
Es ist Sonntag, der 3. September 2017 und mit dem meteorologischen Herbstanfang trat am Freitag auch ehrlich der Herbst ein. Ich bin schockiert! Der Sommer darf nicht vorbei sein. Niemals darf er zu Ende gehen. Ich liebe Sommer.
Ok, dafür habe ich Zeit und Lust, hier was zu schreiben.
Könnt Ihr glauben, dass ich seit Sex and the City Staffel 2 noch nie mit einem Baby Shower konfrontiert worden bin? Eigentlich bin ich ja auch davon ausgegangen, dass ich das niemals werde.
Aber gut. Gestern war es soweit. Ab 16 Uhr ging es los. Ich bin pünktlich um 16.20 Uhr losgefahren. Dann habe ich mich direkt im Ort vertan. Ich dachte Taufkirchen bei München, aber nein, es war Taufkirchen (Vils) bei Landshut und mein Navi zeigte eine Stunde fahrt an. Ich schaute, ob etwa Stau auf der Autobahn sei, aber das Navi zeigte nichts an und das erste Erstaunen kam, als ich bereits bei Garching von der Autobahn sollte. Also nach nicht mal 10km. Das bedeutete also, dass es über Land ging. Raus aus der Zivilisation. Das Wetter lud nicht zur idyllischen Fahrt ein, es war nämlich grau und kalt und ich konnte schon froh sein, dass es nicht regnete.
Mit leichter Verspätung  bin ich also um 17.25 Uhr angekommen (hatte mich trotz Navi auch noch verfahren, weil einfach die Straße gesperrt war).
Dort angekommen stand ich also auf einem Hof in the middle of nowhere.
Ich entdeckte eine Scheune und vermutete Menschen darin.
Es waren Männer darin, nur Männer. Also auch Menschen. Doch sie schickten mich zu den anderen Frauen (und ich wusste, auch Kindern).
Zaghaft bewegte ich mich auf den Wintergarten zu und behielt mir eine kleine Hoffnung, dass es anders sein würde, als ich es erwartete.
Nein, es war mindestens genauso oder schlimmer. Da saßen sie also, die Mütter, Frauen von Männern mit Ring am Finger und ihre dazugehörigen Ableger.
Sofort bekam ich dieses unwohle Gefühl und diesen Drang sofort wieder gehen zu wollen. Doch dann sah ich meine Freundin wegen welcher ich gekommen war und freute mich ernsthaft unglaublich sie zu sehen. Hochschwanger. 2 Jahre hatten wir uns nicht gesehen und nun saß die Hamburger Stadtmaus mittendrin. Niederbayerisch, abschnitten von der Welt mit ihren Familien. Mein erster Gedanke war, ob sie sich dort wirklich wohlfühlte.
Die Spiele hatte ich größtenteils verpasst, was ein Glück. Nur das mit Batik-Farben Beschmieren von Kinderstofftüchern und Stramplern stand noch an.
Wie ging das noch mal? Ich konnte mich nicht erinnern. Das hatte ich das letzte Mal im Zeltlager vor 24 Jahren gemacht. Ich band also willkürlich Gummibänder um den feuchten Strampler und schüttete Lila, Rot und Blau zusammen in eine Tüte. Fertig. Wird bestimmt super aussehen. Ich bin bei sowas ja eh mega talentiert. Aber gut, ich werde es eh nie anziehen können. Obwohl klein und dünn, passt mir sowas dann auch nicht. Praktisch natürlich mit dem unten aufmachen...ach herrje, ich komme wieder vom Thema ab.
Ich habe eine Frage. Welchen Namen sollte man einem Kind geben? Vielleicht Laura oder Lena? Auf keinen Fall Bärbel, oder? Aber da war sie, diese Mutter mit den Naturfransen aufm Kopf, die zu allen Seiten abstanden, der rotgerahmten Brille, der gerade geschnittenen Jeans ohne Schnitt, den Bergschuhen und der Regenjacke, die immer wieder nach ihrem wirklich nicht sehr hübsch ausschauenden Ableger "Bärbel" rief. Bärbel, ich bitte Sie, wie kommt man auf diesen Namen? Bei der Mutter kein Wunder, aber das Kind hat doch keine Chance im Leben.
Ich war deutlich fehl am Platz und ich bin wirklich keine Tussi.
Ich mag das Landleben ja, sofern es idyllisch ist, aber das war einfach nur weit weg vom Schuss und das in Niederbayern oder Biederbayern. Ja, das passte besser. Es kam mir alles so hinterwäldlerisch vor. Ob die überhaupt wussten, was lesbisch ist, wenn ich es erwähnte? Ich denke schon, aber die waren 5 Jahre jünger und hatten bereits alles für's Leben erledigt. Kröten, Haus, Mann...ist dies wirklich das Ziel? Ist man dann glücklich? Ich frage mich manchmal, wieso das auf dem Land immer so ist und in der Stadt nicht? Was ist der tatsächliche Grund dafür? Sind Stadtmenschen egoistischer? Brauchen sie mehr, um zufrieden zu sein? Und wenn ja, wieso? Ich muss das unbedingt analaysieren. Woher kommt das?
Falls jemand die Antwort kennt, bitte unten posten.
Ach ja...was ist eigentlich schlimmer, wenn jemand dieses Familienidyll lebt oder wenn jemand meint, dass er täglich sein Leben auf Instagram breittreten muss? Wen interessiert das eigentlich?
Und ab wann darf man sich für eine Freundin schämen?

Bis zum nächsten Mal.

Ps.: Sorry, the old Heike can't come to the phone right now. Why? Oh, cuz she's dead :-)

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