"It's gotta be this way, it's always this way..." singt Madeleine Juno. Und so alt das Lied auch ist, so sehr trifft es dann doch zu. Dieser Blog ist so unbelebt. Genau, wie ich es bin. Zur Zeit. Und immer wieder. Heute ist der 15.10.2018 und wir haben noch immer über 20 Grad, ein traumhafter Sommer, ein traumhafter Herbst. Nur in mir drin fällt es mir unheimlich schwer, das zu sehen und zu leben. Immer wieder versuche ich mir klar zu machen, wei besonders dieses Leben ist und dass es mir doch eigentlich gut geht. Aber auch nur eigentlich. Denn überall lauern sie die Zimperlein, körperlich und seelisch.
Es hat eine ganz lange Zeit gedauert, bis ich nach S. wieder jemanden kennengelernt habe und vor allen Dingen, hat mich ein seltsames, schlechtes Gewissen gegenüber S. immer verfolgt. Als dürfte ich nicht frei sein. Als wäre ich diejenige, die es nicht genug versucht und gewollt hatte, aber so ist das nicht.
Und irgendwann konnte ich mich davon befreien. Und ich habe "Augsburg" kennengelernt. Es war Ekstase vom ersten Moment an. Es war einfach wie eine Droge und dennoch mit so viel Aufmerksamkeit und Achtsamkeit verbunden. Du meine Güte, achtsam war ich wohl schon immer, aber noch nie habe ich dieses Wort so oft verwendet.
Neben so viel Anziehung war da einfach ein liebevolles miteinander umgehen, Intensität und das Wissen, es wird niemals mehr werden.
Wie lange kann man damit umgehen? Wie sehr kann man versuchen, sich selbst zu belügen? Wie lange hält man es aus? Wie sehr möchte man Dinge sagen und muss es sich verbieten?
Zum ersten Mal haben wir nach 6 Monaten in unserem gemeinsamen Kanada Urlaub geredet. Eine Welt brach zusammen und gleichzeitig war es ein traumhafter Urlaub.
Und in manchen Momenten hat sie vergessen, dass sie nicht frei ist für mehr. Und sie hat mich so viel mehr spüren lassen, als sie jemals in Worte gefasst hätte.
Tja und ich wollte einfach mehr irgendwann. Obowhl ich doch genau wusste, dass wir gar nicht zueinander passen. Ist es die Spannung? Oder ist es einfach auf's Herz hören? Doch wie auch immer, es war einseitig und ich wusste immer, wenn ich ihr sage, dass ich mich verliebt habe, dann war es das. Also habe ich es ertragen. Doch natürlich kann man eigene Signale nicht immer unterdrücken und so hat sie sich von mir entfernt und ich habe mich immer schlechter gefühlt und so begann ein Teufelskreis. Teuflisch für alle und schmerzhaft für mich. Ich habe es nicht mehr ausgehalten und habe es ihr gesagt und damit war von heute auf morgen alles vorbei.
Das Ende traumhafter, glücklicher, ekstatischer Momente.
Die letzten Wochen waren eine Gradwanderung für mich, eine Zerreissprobe und kaum auszuhalten. Und ich frage mich, inwiefern habe ich mich verändert? Und wieso ist es immer der gleiche Weg? Wieso wiederholt es sich alles immer und immer wieder? Was genau ist eigentlich Glück? Und was Zufriedenheit? Und ist es überhaupt möglich, dass solch ein Zustand länger anhält? Im Januar habe ich im Radio den Flug für Kanada gewonnen. Ich glaube, es war der glücklichste Tag in einer sehr langen Zeit. Ich war unbeschwert, an diesem Tag hatte ich einen traumhaften Job, Glück im Spiel, eine Freundin, die sich mit freut und Augsburg, die da war und das mit mir zelebriert hat. Und dann ist er vorbei, dieser absolute Glückmoment, der einfach nicht steigerbar ist und auch nicht haltbar. Und ein paar Monate später ist nichts, nichts von alldem übrig. Im Gegenteil, der Charakter wird nach jahrelanger Freundschaft komplett in Frage gestellt und verschwindet aus dem Leben und die Liebe, die man gerne geben würde, sie kann nicht zurückgegeben werden und zurück bleiben einsame Momente.
Die Frage ist also, ob diese Glücksmomente nur deshalb so intensiv sein können, weil die unglücklichen Momente ebenfalls immer wieder präsent sind. Gibt es diese Grundzufriedenheit? Und würde mir das eigentlich genügen? Ist es das nach mehr streben? Oder einfach die Verzweiflung?
Always this way...